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Holiday event Winter 2017

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Liebe Leser, Beamte und

Liebe Leser, Beamte und Angestellte haben es gut, noch besser haben es Lehrer, wenn man auf die Zahl der Urlaubstage blickt. Zumindest in diesem Bereich hat sich unsere Gesellschaft zu einem wahren Schlaraffenland entwickelt. Wer es geschickt anstellt, kann mit Hilfe der Feiertage aus zwei bis drei Urlaubstagen eine ganze Woche Urlaub formen. Bei durchschnittlich 29 Urlaubstagen lassen sich somit gut und gerne mehr als zwei Monate an Müßiggang kreieren und das bei voller Entlohnung. Beim Monatswechsel von Oktober auf November bot sich wieder mal eine solche Gelegenheit. Da hat sich zum katholischen Allerheiligengedenken auch noch der Reformationstag gesellt. Diesmal und ausnahmsweise auch in katholischen Landen, nachdem sich der Anschlag von Luthers Thesen an die Kirchentür von Wittenberg zum 500ten Mal jährte. Martin Luther gilt heute als deutscher Volksheld, während sein zeitweiliger Wegbegleiter Thomas Münzer, eigentlich der erste Revolutionär in Bezug auf europäische Demokratiegeschichte, ziemlich in Vergessenheit geriet. Während es Luther gelang, sich mit einigen Fürsten gutzustellen, wurde Münzer schmerzlich hingerichtet, nachdem er versuchte, seine Ideologie nicht nur theoretisch kund zu tun, sondern auch praktisch dazu zu stehen. Obwohl in vielen Punkten konform, unterschied sich Münzers Philosophie in einem wesentlichen Punkt: „Die Bibel legt primär Zeugnis ab von den Erfahrungen, die erleuchtete Seelen im Umgang mit dem lebendigen Gott gewonnen haben. Sie ist Einladung, für ähnliche Erfahrungen offen zu werden, und gleichzeitig Maßstab, an der eigene Erfahrungen zu messen sind. Die Bibel ist nur das äußerliche Wort, das das innerliche Wort braucht, um im Menschen anzukommen.“ An der Hinrichtung selbst war Luther nicht ganz schuldlos. Ich will es nicht kompliziert machen. Ohnehin haben die meisten Leute zu dieser Jahreszeit weit mehr Halloween im Kopf. „Süßes oder Saures“, Kürbisse schnitzen, auf gruslige Weise Schabernack treiben, hört sich doch viel spaßiger an, als sich mit Glaubensdogmen zu beschäftigen, die im abendländischen Mittelalter durchaus machtvolle Mittel waren, die Menschheit gefügig und potentielle Mitbewerber um die Macht auf Abstand zu halten. Es waren die Zeiten, in denen Bischöfe gleichsam Fürsten waren, Päpste – es gab schon mal drei zur gleichen Zeit - sich mit Kaisern und Königen um die weltliche Vormacht zankten. Inzwischen stehen Städtereisen hoch im Kurs. Nicht selten liegt der Grund in den genialen Bauwerken dieser Epoche, darunter Kirchen und Kathedralen, die uns noch heute gefangen nehmen. Gleichsam entstanden in jener Zeit mit Bildern und Skulpturen von Michelangelo bis Leonardo da Vinci Kunstwerke, wie sie später nie wieder geschaffen wurden. Wer fragt da noch nach dem ethischen Hintergrund einer Sixtinischen Kapelle oder eines Petersdoms, der einst Ursache für den Ablasshandel war, gegen den Luther protestierte. In Anbetracht dessen, was uns noch hunderte Jahre später zu tiefst beeindruckt, vergessen wir gerne, dass hinter all der Pracht ganz schön auch Protzgehabe steckt. Doch ist dies ja nichts Besonderes in dieser Welt und keineswegs auf einzelne Epochen beschränkt. Natürlich kann man gegen die Anmaßung einer klerikalen Elite aufbegehren, die sich nicht scheute, den christlichen Ursprungsgedanken auf den Kopf zu stellen. Doch zu welchem Preis dies geschah, sollte nicht leichtfertig übergangen werden, wenn wir Helden aus der Vergangenheit hoch leben lassen. In jüngster Zeit ist es wieder Mode geworden, sich mit möglichst vielen „Ungläubigen“ in die Luft zu sprengen, seine Überreste als Märtyrer feiern zu lassen und als solcher direkt ins Paradies zu marschieren. War es nur Zufall, dass an Allerheiligen/Halloween dieses Jahres der zweitgrößte Anschlag in New York seit 9/11 stattfand? Islamisten mögen durch derartige Taten einen gewissen Eindruck schinden. Zumindest tragen sie dazu bei, bislang ungezwungene Freiräume einzuschränken. Trotzdem: Das Märtyrertum ist keineswegs deren Erfindung. Vielmehr waren es die Christen, die durch ihre konsequent betriebene Bereitschaft zum Märtyrertum sogar das einst übermächtige Rom erobert hatten. Unter diesem Gesichtspunkt erhält die Aussage Christi „wenn dir einer auf die Wange schlägt, so halte auch noch die andere hin“ eine recht nachvollziehbare Bedeutung. Sollten moderne Islamisten daraus ein Vorbild ableiten wollen, so machen sie dabei einen gewichtigen Fehler: Der Erfolg lag nicht in der Aggression sondern in der Passivität, wie dies später noch einmal von Mahatma Gandhi unterstrichen wurde. Um auf den Feiertag zurückzukommen: Bis heute werden viele der christlichen Märtyrer als Heilige verehrt. Waren es zunächst individuelle Gedenktage, wurden, nachdem es bald mehr Heilige gab als ein Jahr Tage hatte, diese letztendlich auf einen Tag im Jahr zusammengefasst, der fortan Allerheiligen hieß. Man muss nicht Nostradamus heißen, um vorauszusehen, dass die Zukunft Herausforderungen für die Menschheit vorsieht, die jede Menge an Weisheit erfordert, um in einer immer rasender fortschreitenden Entwicklung nicht der Selbstvernichtung anheim zu fallen. Somit sollten wir schleunigst die Altfehden aus der Vergangenheit begraben. Dazu gehören insbesondere über tausend Jahre Zwist, begründet mit religiösen Befindlichkeiten. Um die Menschheit zukunftsfähig zu machen, gilt es vielmehr einen gemeinsamen Nenner erschaffen, der unterschiedliche Erkenntnisse zu einer höheren Einheit formt. Religion basiert auf Glauben, doch glauben bedeutend noch lange nicht Wissen und Glaube ist für sich selbst kein Verdienst. Was der einzelne glaubt hängt von seinen persönlichen Umständen ab und der individuellen Fähigkeit, damit umzugehen. Diese können unmöglich gleich sein. Somit ist es eine ziemliche Anmaßung anders Denkende als Ungläubige oder gar als Ketzer zu diffamieren. Nach so vielen Erfahrungen aus über 1000 Jahren Geschichte sollte dies jedem wie das kleine Einmaleins geläufig sein. Wir wissen, dass Glaube Berge versetzen kann. Glaube ist Doping für Motivation – oft der kleine Unterschied zwischen Niederlage und Sieg – im negativen Sinne jedoch hervorragend geeignet zur Manipulation. Würden wir Glauben tatsächlich zum grundlegenden Maßstab machen, würden wir damit gleichsam auch die Nazis legitimieren. Um einen derartigen Holocaust verantworten zu können, muss der Glaube an deren Ideologie schier grenzenlos gewesen sein. Wenn wir die Religionen betrachten, erkennen wir, dass ihre Überlieferungen vorwiegend in Bildern sprechen. Sie sind Produkt ihrer Zeit, genauso wie die Regeln, die mit ihnen einher gehen. Wenn wir die Geschichte betrachten, stellen wir fest: die Dinge wiederholen sich, was sich ändert sind nur die Bilder und damit gleichsam die Betrachtung. Betrachtungsweisen ändern sich mit Zunahme von Erkenntnissen. Somit sollte auch Religion kein statisches Manifest für die Ewigkeit sein. Aus einer ägyptischen Vision entstand das Judentum, das durch die christliche Botschaft modifiziert wurde. Auch der Islam baut auf deren Vorgeschichte auf und entwickelte sich schon kurz nach Gründung in unterschiedliche Richtungen. Natürlich sollten Erkenntnisse über tausende von Jahren gesammelt gebührenden Respekt genießen, gleichwohl aktuelle Ansichten keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit haben. Egal ob wir sie intellektuell ignorieren oder ihr verschrieben sind: Spiritualität ist Bestandteil des Menschen. Gerade deshalb sollte in der Vielzahl von Überzeugungen und deren Unterschiede im Detail keinerlei Rechtfertigung begründet sein, Kriege zu führen. Stattdessen sollten gerade die Unterschiede Anreiz sein, religionsübergreifend miteinander zu diskutieren. Das würde möglicherweise dazu führen, dass jeder dadurch seinen beschränkten Horizont erweitern kann. Die vor uns liegende Weihnachtszeit wäre eine passende Gelegenheit und könnte dadurch an Sinn gewinnen. Es mag schon sein, dass dies lediglich als frommer Wunsch erscheint, da die Religion gerne auch dafür steht Macht zu legitimieren oder einzufordern. Andererseits könnten selbst nur ein paar wenige Gespräche ein guter Anfang sein. Schließlich ist das Universum unendlich. Dies gilt auch für die Dauer der Zeit. In diesem Sinne frohe Weihnachten Euer 4

WINTERZAUBER Vom Wintersport Event zum besinnlichen Hüttenabend Gerade unsere Region bietet eine unglaubliche Vielfalt von Wintersport- Highlights wie zum Beispiel den City Biathlon, das Neujahrs Skispringen oder den König-Ludwig-Lauf. Tausende begeisterte Zuschauer besuchen jedes Jahr diese Events in Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau. Wer selbst aktiv Wintersport betreiben möchte, findet Pisten und Loipen jeden Schwierigkeitsgrades um sich „auszutoben“. Genießer können in einer einmalig schönen Winterlandschaft Wandern oder bei einer romantischen Pferdeschlittenfahrt den Winter von seiner schönsten Seite erleben. …und abends? – da lässt man sich bei Kerzenlicht ein gutes Menü servieren oder feiert in die Nacht hinein. Jeder hat seine ganz persönliche Vorstellung vom perfekten Wintererlebnis. Ob Fun & Aktion oder eher besinnlich am Kamin mit Blick auf die verschneite Winterlandschaft. Holiday Event hat in diesem Wintermagazin einige Tipps und Anregungen für Sie zusammengestellt. In unserem großen Veranstaltungskalender finden Sie genau „was-wo-los-ist“. Lassen Sie sich vom Winterzauber begeistern. Foto: Mick Schöne 5