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Magazin Herbst 2018

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Liebe Leser, wir alle

Liebe Leser, wir alle haben schon etwas über die sprichwörtliche orientalische Gastfreundschaft gehört. Sie entstammt einer alten Tradition der Wüste, aus der Notwendigkeit heraus, in einem lebensfeindlichen Raum zu überleben. Auch die christliche Lehre hat es sich auf die Fahnen geschrieben, sich um seine Mitmenschen und insbesondere auch um Verfolgte zu kümmern. Dieses Gebot entspringt nicht nur einer religiösen Phantasie sondern auch einer durch die Evolution bestätigten Vernunft. Jeder Mensch braucht den anderen. Alleine hat er keine Chance zu überleben. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Am 4. Juli dieses Jahres freute sich der Vorsitzende der Christlich Sozialen Union Horst Seehofer, also jene Führungsperson, deren Partei sich den christlichen Werten verschrieben hat, dass zu seinem 69. Geburtstag 69 Asylbewerber abgeschoben werden konnten. Das alleine klingt makaber. Inzwischen hat sich auch noch einer derer umgebracht. Dabei hatte ich den Horst einst gemocht. Sein Parteifreund und/oder parteiinterner Kontrahent Markus Söder hatte bereits vorher von sich reden gemacht, indem das Bayerische Landeskabinett beschloss, dass in allen Behörden der bayerischen Staatsverwaltung ab Juni 2018 Kreuze im Eingangsbereich zu hängen hätten. Ministerpräsident Söder sagte dazu, dass die Kreuze dabei kein religiöses Symbol des Christentums sein sollten, sondern das grundlegende Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung. Man nimmt es so hin, weil man es über Jahrhunderte so gewohnt ist, doch im Stillen habe ich mich schon immer mal gefragt, aus welchen Gründen ein römisches Folter- und Mordinstrument, nicht selten bestückt mit einem gemarterten Körper, zum Symbol einer Religion werden konnte, die den Menschen Zuversicht vermitteln soll. Das ganze unter dem Aspekt der christlich-abendländischen Kultur betrachtet, kann man nun vielleicht den Herrn Söder besser verstehen. So beinhaltet die christlich-abendländische Kultur u.a. sieben Kreuzzüge, acht Konfessionskriege, wovon der dreißigjährige Krieg der bekannteste ist. Von ihm blieben gerademal ein Drittel der in Süddeutschland lebenden Menschen übrig. Prozentual waren demnach mehr Menschen betroffen als im ersten und zweiten Weltkrieg zusammen. Die von der Verheerung verwüsteten Gebiete benötigten bis zu hundert Jahre, um sich von den Folgen zu erholen, was sich zwangsläufig im kollektiven Gedächtnis bzw. in der Genetik der hier ansässigen Bevölkerung verankert hat. Wenn das Kreuz demgemäß als Mahnmal dienen soll, einschließlich vieler Grausamkeiten bis hin zur Inquisition, so sind Söders Ambitionen durchaus respektabel. Man muss sie halt nur begreifen!? Was hatten wir heuer für einen Sommer? Ein Wetterchen mit Sonne pur, wie wir es bislang nur vom Süden her kennen. Soll das so weiter gehen, werden wir neben anderen Vorzügen bald auch noch das bevorzugte Urlaubsland sein, zumal so manches bisherige Urlaubsland droht, zur Wüste zu verdorren. Ja, auch bei uns ist in manchen Regionen das Wasser etwas knapp geworden, dennoch jammern wir auf sehr hohem Niveau, wenn wir uns bewusst machen, was mit den Menschen passiert, die von heute auf morgen in der Wüste stehen? Auch wenn ihre Chance nahezu hoffnungslos ist, werden sie versuchen, ins irdische Paradies zu kommen, das sie bei uns vermuten. Es hatte schon mal eine große Völkerwanderung gegeben, die innerhalb von rund hundert Jahren zum Untergang des einst als unbezwingbar geltenden römischen Weltreichs führte. Im 4. und 5. Jahrhundert wurde ganz Europa durcheinander gewirbelt. Der Unterschied: Damals lag die Weltbevölkerung deutlich unter einer halben Milliarde. Heute sind es 7,5 Milliarden. Natürlich lassen sich derartige Massen nicht auf wenige Fleckchen Erde zusammendrängen, die vom 4 Klimawandel profitieren, was den mit Abstand furchtbarsten Krieg zur Folge hätte, den die Menschheit je erlebt hat. Bereits heute sprechen wir von einem Flüchtlingsproblem. In der Tat sind es nicht nur die „Guten“, die zu uns gelangen. Was wir an Religionskonflikten weitgehend hinter uns haben, fängt anderenorts erst so richtig an. Kaum dass Prophet Mohamed das Zeitliche gesegnet hatte, begann sich seine Religion bereits in zwei Lager zu spalten und je nach Auffassung, ist sowohl der eine als auch der andere der Böse, den man dort verfolgt, wo der andere herrscht. Hier treffen sie dann wieder zusammen und sollten plötzlich geläutert sein. Es ist doch ganz logisch, dass dies zur Clanbildung einlädt, insbesondere dann, wenn sich keine wirklichen Lebenschancen eröffnen. In diesem Fall ist man buchstäblich gezwungen, sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Auch als Gangsterrapper kann man Karriere machen, sogar ohne Schulabschluss. Was haben wir all die Jahre herum diskutiert, wenn Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass plötzlich wieder zur Tugend werden. In der Tat benötigen wir dringend Arbeitskräfte, um ein ziemlich marodes System, in dem die Bürokratie teilweise zum Selbstzweck geworden ist, am Leben zu erhalten. Millionen Menschen aus dem Ausland würden gerne eine derartige Chance ergreifen. Und es funktioniert auch in vielen Fällen, wenn die Bemühten engagiert an die Aufgaben herangeführt werden. Zahlreiche Privatinitiativen stellen das Tag für Tag unter Beweis. Was für ein Schlag ins Gesicht aller Beteiligten muss es da sein, wenn ausgerechnet jene, die unsere Gesellschaft zu bereichern versprechen, mit dubiosen Aktionen abgeschoben werden? Dies dokumentiert leider sehr deutlich die Qualität unserer Bürokratie und das geistige Niveau unserer Politik, die sich bevorzugt am politischen Gegner und an Wahlperioden orientiert. Wenngleich das Flüchtlingsthema und die damit verbundenen Probleme derzeit zu den politischen Prioritäten zählen, so liegt darin eine Herausforderung einer ganz andern Dimension, die wir anscheinend noch nicht begriffen haben. Wir müssen Fluchtursachen bekämpfen. Da sind sich zwar alle einig. Doch wie das praktisch umgesetzt wird, ist wahrer Hohn, gerade so, als wenn man bei einer drohenden Sturmflut ein paar Sandsäcke vor die Haustüre legt. Sich mit irgendwelchen Despoten zu verbünden, um Fluchtwege abzuschneiden, ist allenfalls nur eine kurzfristig funktionierende Strategie. Stattdessen sollten wir Europäer vielschichtige Projekte unterstützen gegebenenfalls auch ins Leben rufen, um wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, in einem Kontinent, der so viel zu bieten hat. Wir sollten das nicht ausschließlich den Chinesen überlassen, die trotz kommunistischer Regierung, marktwirtschaftlich cleverer zu sein scheinen. Anstatt Konzerne benötigt der Kontinent eine Vielzahl von Einzelinitiativen im Kleinen, wie sie auch uns nach dem Krieg ein Wirtschaftswunder beschert haben. Hierfür ist es nur gut, wenn viele Afrikaner zu uns kommen, um sich ausbilden zu lassen und bestimmt entstehen dadurch Kooperationen, von denen auch wir profitieren. Wir sollten uns den gegenwärtigen Wirtschaftsboom nicht zum Maßstab machen, sondern bereits heute an die Zukunft denken. Mit Almosen und Bakschisch lässt sich allerdings wenig ausrichten. Um etwas zu bewegen bedarf es Investitionen, die den Namen auch verdienen. Dies selbst unter dem Aspekt, dass wir hier auf die eine oder andere Subvention verzichten müssen. Wir können einen Teil diese Ausgaben auch unter Wiedergutmachung verbuchen oder in den Wehretat einbeziehen. Mit zielorientierter Hilfestellung lässt sich billiger Sicherheit generieren als mit Kanonen und Panzer.Vielleicht sollten wir uns vorab darauf besinnen, dass auch wir das afrikanische Gen in uns tragen, denn von dort sind unsere Vorfahren gekommen und haben nach und nach die gesamte Welt vereinnahmt. Herzlich Euer

2018 Kunst – Kunstwerk – Kunstnacht Kunst steht nicht selten im Gegensatz zum Konkreten. Trotzdem unterliegt auch Kunst realen Betrachtungsweisen. Doch was ist Realität? Der Moment? Im nächsten könnte es schon wieder anders sein. Ist es der Blickwinkel, aus dem wir Menschen Dinge kollektiv ansehen und definieren? Den Standpunkt verändert, ein wenig anders ausgerichtet, ändert sich die Perspektive und wir sehen das gleiche Objekt plötzlich ganz anders. Wir bemerken das an der Mode. Was heute als Trend gefeiert wird, will morgen niemand mehr sehen. Die Kunst bewegt sich auf einer anderen Ebene. Stimmt das wirklich? Nicht mal das lässt sich verallgemeinern. Skurril in jedem Fall ist, dass Kunstwerke oft erst einen Wert bekommen, nachdem der Künstler verstorben ist. Ursprünglich verstand man unter Kunst ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses, an dessen Ende das Kunstwerk steht. Inzwischen kann bereits ein Prozess selbst zum Kunstwerk werden. In der Regel versucht Kunst etwas auszudrücken, das Ergebnis kann jedoch auch nur ein Versuch sein, sich von innerer Beklemmung zu befreien. Sicher ist die Kunst auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der sie entsteht. Als im Jahre 2006 die Murnauer Kunstnacht ihren Anfang nahm, war sie kaum mehr als ein unbekümmertes Fest. Viele trugen zu einem Event bei, an dem sich Scharen von Menschen erfreuten. Neben etlichen Ausstellungen war es das Ambiente, das begeisterte und natürlich die vielfältige Musik. Nach einigen Jahren der Unbekümmertheit, häufte sich nach und nach die Kritik. „Kommerz erschlägt die Kunst“, dröhnte es von einer Seite, „was an Kunst geboten ist, ist lächerlich“ hallte es zurück. Mit einem Mal war die Kunstnacht ein übergreifendes Thema, zu dem nahezu jeder seine persönliche Vorstellung hatte, leider meist nur theoretisch. Besonders unberücksichtigt blieb, dass man die vielen unterschiedlichen Ideen irgendwie auch finanzieren muss. Trotzdem wurden viele Versuche unternommen, nahezu jeglicher Auffassung entgegenzukommen, was eigentlich unmöglich ist, wenn diese gegensätzlich sind. In Sachen Kunst ist jedoch etwas passiert, was bislang nur sehr eingeschränkt zur Kenntnis genommen wurde. Man stelle sich vor, Kandinsky würde noch einmal leibhaftig nach Murnau kommen, im Gepäck eine neue Kunstrichtung. Bestimmt würde ihn auch heute noch so mancher ignorieren. So war es dann nicht Kandinsky, der 2009 nach Murnau kam, sondern Marc Kuhn mir Col-Art, einer Kunstrichtung, der noch an Anerkennung jener fehlt, die Kunst als Geschäft www.sabina-bockemühl.de Ausstellung meiner aktuellen Arbeiten Workshops Malkurse Sabina Bockemühl Kunstatelier im Gelben Haus Murnau 0176-430 912 96 WELT IM TROPFEN AUSSTELLUNG 2.Okt - 22.Dez Handpan Klänge ab 19 Uhr mit Pantam Robin Café Bar Snacks BILDER-VORTRAG von Prof. Dr. Bernd Kröplin 5.Okt Kunstnacht-Aktion 150 e GUTSCHEIN pro Bettsystem€ REFUGIO GESUNDES WOHNEN & SCHLAFEN BAHNHOFSTRASSE 22 · 82418 MURNAU · TELEFON: 08841- 4628 5